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Diabetes-Ratgeber: Wissen, das weiterhilft.

Fundierte Informationen zu Typ-2-Diabetes und Prädiabetes — verständlich aufbereitet von Dr. med. Klaus-Peter Herzberg, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe.

Dr. med. Klaus-Peter Herzberg Internist · Diabetologe 6 Beiträge
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Facharzt für Innere Medizin · Diabetologe DDG

Wann sollte ich als Typ-2-Diabetiker erwägen, einen Diabetologen aufzusuchen?

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes werden zunächst erfolgreich von ihrem Hausarzt betreut. In bestimmten Situationen kann jedoch die zusätzliche Betreuung durch einen Diabetologen sinnvoll sein.

1. Wenn die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind

Werden die individuellen Zielwerte trotz Ernährungsumstellung, Bewegung und Medikamenten nicht erreicht, sollte eine diabetologische Mitbehandlung erwogen werden. Der Diabetologe kann die Therapie überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

2. Bei häufigen Unterzuckerungen

Wiederkehrende Unterzuckerungen können gefährlich sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine spezialisierte Untersuchung hilft oft, die Ursachen zu erkennen und die Behandlung angepasst zu gestalten.

3. Wenn Insulin notwendig wird

Steht die Einleitung einer Insulintherapie an oder bestehen Unsicherheiten im Umgang mit Insulin, kann ein Diabetologe die Einstellung begleiten und oft auch Schulungen anbieten.

4. Bei Folgeerkrankungen des Diabetes

Nervenschäden, Nierenerkrankungen, Augenprobleme oder Durchblutungsstörungen (KHK am Herzen, pAVK an den Beinen) sind oft Anlass für eine diabetologische Mitbehandlung. Oft sind in diesem Zusammenhang spezielle Medikamente besonders sinnvoll.

5. Bei starkem Übergewicht

Moderne Diabetesbehandlungen können neben der Blutzuckersenkung auch zu einer Gewichtsreduktion beitragen. Ein Diabetologe kann überprüfen, welche Therapieoptionen geeignet sind und von der Kasse übernommen werden.

6. Bei besonderen Lebenssituationen

Operationen, schwere Erkrankungen, sonstige Medikationen, längere Reisen oder andere Veränderungen können eine Anpassung der Diabetesbehandlung erforderlich machen.

7. Wenn Fragen offen bleiben

Manchmal sind die Laborwerte zwar akzeptabel, dennoch bestehen Unsicherheiten zu Ernährung, Bewegung, Medikamenten oder neuen Behandlungsmöglichkeiten. Auch dann kann ein Beratungsgespräch beim Diabetologen sinnvoll sein.

Fazit: Ein Typ-2-Diabetes sollte nicht nur nach dem HbA1c-Wert beurteilt werden. Moderne Diabetesbehandlung berücksichtigt auch Gewicht, Blutdruck, Cholesterin, Herz-Kreislauf-Risiken und die persönliche Lebenssituation. Eine frühzeitige diabetologische Beratung kann dabei helfen, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität langfristig zu verbessern — oder zumindest zu erhalten.
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Wie läuft der erste Termin beim Diabetologen ab?

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes sind unsicher, was sie bei ihrem ersten Termin beim Diabetologen erwartet. Die gute Nachricht: Im Mittelpunkt steht zunächst das persönliche Gespräch — was auch gut online möglich ist.

Der Diabetologe erkundigt sich nach Ihrer Krankengeschichte, Ihren aktuellen Beschwerden und Ihrer bisherigen Behandlung. Dabei werden unter anderem Ihre Blutzuckerwerte, Ihr HbA1c-Wert, Ihre Medikamente sowie mögliche Begleiterkrankungen besprochen.

Zusätzlich werden häufig Gewicht, Blutdruck und gegebenenfalls weitere Laborwerte beurteilt. Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild Ihrer gesundheitlichen Situation zu erhalten. Dauer: ca. 30 Minuten.

Ein wichtiger Bestandteil des ersten Termins ist eine individuelle Diabetesbehandlung. Dabei geht es nicht nur um Medikamente, sondern auch um Ernährung, Bewegung, Gewichtsmanagement und die Vorbeugung von Folgeerkrankungen. Zudem ist es wichtig zu erfahren, was der Patient selber für Wünsche und Vorstellungen hat.

Anschließend wird gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt. Das Ziel besteht darin, Ihren Blutzucker möglichst gut einzustellen und gleichzeitig eine Therapie zu finden, die zu Ihrem Alltag passt.

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Welche Unterlagen sollte ich zum ersten Termin mitbringen?

Eine gute Vorbereitung hilft dem Diabetologen, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Hilfreich sind insbesondere:

  • Aktuelle Laborbefunde mit HbA1c-Wert, Blutzuckerwerten und Cholesterinwerten
  • Eine Liste aller Medikamente einschließlich Dosierung
  • Vorhandene Blutzuckertagebücher oder Messprotokolle
  • Berichte über frühere Krankenhausaufenthalte oder Behandlungen
  • Aktuelle Arztbriefe von Hausarzt oder Fachärzten
  • Angaben zu Gewicht, Blutdruck und körperlicher Aktivität
  • Eine Liste mit Fragen, die Sie im Gespräch ansprechen möchten

Falls Sie ein Blutzuckermessgerät oder einen Sensor verwenden, sollten Sie die gespeicherten Werte ebenfalls mitbringen.

Je vollständiger die Unterlagen sind, desto genauer kann beurteilt werden, wie gut Ihr Typ-2-Diabetes derzeit eingestellt ist und welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten.
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Wie oft sind Kontrolltermine bei Typ-2-Diabetes notwendig?

Wie häufig Kontrolltermine erforderlich sind, hängt von der individuellen Situation ab. Es gibt keine feste Regel, die für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes gleichermaßen gilt.

Bei stabil eingestellten Patienten reichen häufig Kontrollen alle drei bis sechs Monate aus. Dabei werden unter anderem der HbA1c-Wert, die Blutzuckereinstellung, das Gewicht, der Blutdruck und mögliche Nebenwirkungen der Medikamente überprüft.

Nach einer Therapieumstellung oder bei neu diagnostiziertem Diabetes können zunächst häufigere Termine sinnvoll sein. Dadurch lässt sich besser beurteilen, ob die gewählte Behandlung den gewünschten Erfolg bringt.

Zusätzlich sollten regelmäßige Untersuchungen auf mögliche Folgeerkrankungen erfolgen. Dazu gehören insbesondere:

  • Kontrollen der Augen (Augenarzt jährlich)
  • Kontrollen der Nieren (Laborwerte einschließlich Urin)
  • Untersuchung von Nerven und Füßen (zunächst Hausarzt)

Eine kontinuierliche Diabetesbehandlung kann dabei helfen, den Blutzucker dauerhaft gut einzustellen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Die optimale Häufigkeit der Kontrolltermine sollte immer individuell mit dem behandelnden Arzt oder Diabetologen abgestimmt werden.
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Kann man Typ-2-Diabetes rückgängig machen?

Eine der häufigsten Fragen von Menschen mit Typ-2-Diabetes lautet: Kann Diabetes wieder verschwinden?

Die Antwort lautet: In vielen Fällen kann ein Typ-2-Diabetes in eine sogenannte Remission gebracht werden. Das bedeutet, dass die Blutzuckerwerte wieder im normalen Bereich liegen, ohne dass Diabetesmedikamente erforderlich sind.

Besonders gute Chancen bestehen bei Menschen, deren Diabetes noch nicht lange besteht. Entscheidend ist häufig eine deutliche Gewichtsabnahme. Studien zeigen, dass bereits ein Verlust von 10 bis 15 Prozent des Körpergewichts den Stoffwechsel erheblich verbessern kann.

Durch eine Kombination aus gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Gewichtsreduktion lässt sich häufig der HbA1c-Wert deutlich senken. Bei manchen Betroffenen normalisiert sich der Blutzucker sogar vollständig.

Wichtig: Die Veranlagung zum Typ-2-Diabetes bleibt bestehen. Die Gene bleiben. Werden die alten Lebensgewohnheiten wieder aufgenommen, können die erhöhten Blutzuckerwerte zurückkehren.

Deshalb sollte das Ziel nicht nur sein, den Diabetes kurzfristig zu verbessern, sondern langfristig einen gesunden Lebensstil zu etablieren. Eine professionelle Diabetesbehandlung kann dabei helfen, realistische und dauerhaft umsetzbare Strategien zu entwickeln.

Fazit: Typ-2-Diabetes kann häufig deutlich verbessert und in vielen Fällen in Remission gebracht werden. Je früher gehandelt wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
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Was ist Prädiabetes und wie gefährlich ist er?

Prädiabetes bezeichnet eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes. Die Blutzuckerwerte sind bereits erhöht, liegen aber noch nicht im Bereich eines manifesten Diabetes.

Viele Menschen wissen nicht, dass sie betroffen sind, da Prädiabetes meist keine Beschwerden verursacht. Schätzungen gehen davon aus, dass Millionen Menschen in Deutschland erhöhte Blutzuckerwerte haben, ohne davon zu wissen.

Typische Laborwerte sind:

  • Nüchternblutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl
  • HbA1c zwischen 5,7 und 6,4 Prozent

Ohne Gegenmaßnahmen entwickelt ein Teil der Betroffenen innerhalb weniger Jahre einen manifesten Typ-2-Diabetes.

Achtung: Prädiabetes ist nicht nur eine Vorstufe des Diabetes. Bereits in diesem Stadium steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die gute Nachricht: Gerade beim Prädiabetes können Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme besonders wirksam sein. Oft gelingt es, die Blutzuckerwerte wieder vollständig in den Normalbereich zurückzuführen.

Wer grenzwertig erhöhte Blutzuckerwerte hat, sollte frühzeitig eine Diabetesbehandlung in Anspruch nehmen und gemeinsam mit seinem Arzt individuelle Maßnahmen besprechen. Auch ein früher bestehender Schwangerschaftsdiabetes gehört zu diesem Themenkomplex.

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